Suizid in Polizeizelle: EGMR verurteilt Schweiz in zweifacher Hinsicht

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Bild: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Straßburg (Quelle: Wikipedia, Urheber: CherryX, Datum: 12. März 2012, CC BY-SA 3.0)

2014 erhängte sich ein Mann in Polizeigewahrsam, nachdem er trotz suizidaler Äusserungen 40 Minuten ohne Überwachung in einer Einzelzelle alleine gelassen worden war. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt die Schweiz nun gleich in zweifacher Hinsicht: wegen einer Verletzung des Rechts auf Leben nach Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention und wegen der Weigerung, den Fall unabhängig zu untersuchen.

In seinem Entscheid vom 30. Juni 2020 kommt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zum Schluss, dass die Schweiz das Recht auf Leben nach Artikel 2 EMRK verletzt hat. Obwohl die beteiligten Polizisten auf dem Polizei-Stützpunkt Urdorf ZH um die Verletzlichkeit eines 40-jährigen Mannes hätten wissen müssen, haben sie es unterlassen, effektive Massnahmen zum Schutz seines Lebens zu ergreifen. Weil sich die Staatsanwaltschaft anschliessend weigerte, den Fall zu untersuchen und dies vom Bundesgericht gestützt wurde, hat die Schweiz das Recht auf Leben auch in prozeduraler Hinsicht verletzt.

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